Beitrag Nr.5


Parc of the Anthropocene


 
- Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung - 7. Semester -
- Gruppenarbeit: 2 Studis -

 
 
Was war die Aufgabestellung?
Für das Planungsgebiet am Rande eines laufenden Eisenerz-Tagebaus sollte ein ortsspezifisches Nachnutzungskonzept entwickelt werden, das auf die aktuellen Gegebenheiten und Probleme der alpinen Region reagiert, angemessene Antworten auf die Eingriffe des Menschen im Anthropozän findet und die individuelle Haltung der Entwerfenden zum Ort ausdrückt

Was war die Herausforderung der Aufgabe:
Die Ansprüche der Entwerfenden waren, dass den Besuchern neben der Bewunderung des menschlich überformten Erzberges auch die Auswirkungen ihrer Macht klar wird. Um diesem Ort gerecht werden zu können sollte daher ein neuartiger Park als Kombination – nicht als Kompromiss – von ästhetischen, sozialen und ökologischen Zielen entstehen. Anstatt nur die Erhabenheit des Ortes, die Ausblicke und den Erholungsfaktor wahrzunehmen, können die Besucher durch die subtilen Gedankenimpulse ganz individuell über ihre eigene Rolle im Anthropozän, ihren eigenen Naturbezug nachdenken. So können sie zu einer sensibilisierten, nachhaltigen, handlungsorientierten und zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen, ohne dass eine Didaktik oder Vorgaben herrschen.

Welche Ansätze und Ideen sind für die Lösung der Aufgabe gefunden worden?

Den Park dominiert eine Skulptur aus Beton und Eisenschlacke, die als künstlerischer Rahmen funktioniert. Sie ermöglicht Aussichten ins Tagebaugebiet, zum Schlammsee, ins historische Stadtzentrum und zum Berg Pfaffenstein. Integrierte Bänke und Stege laden zum Verweilen und Erleben des rustikalen, historischen und industriellen Charakters ein. Die starke, kompromisslose Formensprache des Entwurfs betont die Kontraste zwischen der romantisch-alpinen Umgebung und der anthropogenen Topografie des Erzberges. Zudem kann die Skulptur in ihren Schüttgutboxen teerverseuchte Eisenschlacke lagern, ein Abfallprodukt der Eisenindustrie aus dem letzten Jahrhundert. Sie wird derzeit ohne langfristige Lösung im Tal am Ortsrand gelagert und verschmutzt das Grundwasser. Mittels Phytoremediation kann die Schlacke vor Ort gereinigt und der Umwelt ein Lebensraum mit hohem Potenzial für Biodiversität zurückgeben werden. Dazu wird sie mit speziellen Pflanzen begrünt, die die Schadstoffe aus dem Boden zu extrahieren. In die Skulptur ist ein Forschungszentrum integriert, wo Umweltbildung, sowie Kontrolle und Wartung der Anlage stattfinden.


 
Innovation: Welche Aspekte sind besonders kreativ und originell an der Arbeit?
Gestaltet wird ein öffentlicher Park des Anthropozäns mit flexiblen Flächen, Aussichten und Bezug zur Industrie. Er unterstreicht den menschlichen Eingriff am Erzberg und wird von der Stadt aus einfach zugänglich. Als neuartiger Parktypus kombiniert er die Ansprüche von Mensch, Kunst und Ökologie gleichermaßen und erschließt somit eine vielseitig nutzbare Fläche für Mensch und Umwelt.

Nachhaltigkeit: Welche Aspekte der Arbeit sind ökologisch, ökonomisch oder sozial nachhaltig?
Gerade dieser Ort mit seinem industriellen Charakter benötigt mehr als nur einen hübschen Park mit Erholungsfunktion. Deshalb wird ein künstlerischer Ansatz mit ökologischen Funktionen verbunden, welche ebenso mit Prozessen arbeiten wie das angrenzende Tagebaugebiet. Ähnlich wie urban-industrielle Parks integriert er neue Ökosysteme und Sukzessionsformen, darüber hinaus verfolgt er jedoch das übergeordnete Ziel, durch Phytoremediation die anthropogen geschädigten